Vizepräsident JD Vance hat einem Demonstranten, der seine Rede auf dem Republikanischen Midterm-Konvent unterbrach, ein Flugticket nach Mexiko angeboten. Vances scharfer Konter erfolgte, nachdem ein Demonstrant auf den Stufen zu den Sitzplätzen des Dallas-Stadions eine mexikanische Fahne schwenkte und damit Buhrufe sowie „USA“-Sprechchöre der Anwesenden hervorrief, wie Fotos und Videos in den sozialen Medien zeigen.

„Was die Leute zu Hause verpasst haben, ist, dass wir gerade einen Demonstranten hatten, der uns unterbrochen und mit der mexikanischen Flagge geschwenkt hat. Nun, mein Freund, wenn du Mexiko so sehr liebst, dann verzieh dich dorthin. Ich kaufe dir das Flugticket“, sagte Vance am Donnerstagabend hinter dem Rednerpult. Sicherheitskräfte erschienen schnell, um den Demonstranten aus dem Stadion zu esortieren. Fotos von dem Aufruhr zeigten, dass der Demonstrant offenbar auch eine palästinensische Flagge schwenkte.

Nachdem die Menge bei Vances spöttischer Bemerkung in lauten Jubel und Applaus ausbrach, fuhr der Vizepräsident fort: „Ich hatte eine ganze Rede vorbereitet, aber ich glaube, ich muss sie ändern, weil wir gerade das Symbol der extrem linken Seite entdeckt haben — einen Idioten, der bei einer Protestaktion mit einer mexikanischen Flagge schwenkt, anstatt mit der Flagge der Vereinigten Staaten von Amerika zu schwenken.“

„Wir alle wissen natürlich, dass dieser Mensch, so oft er auch mit einer ausländischen Flagge schwenkt, viel lieber in Dallas, in Cincinnati oder in einer unserer großartigen Städte leben würde als in Mexiko“, sagte Vance. „Aber während wir die amerikanische Flagge schwenken und für den amerikanischen Traum kämpfen, müssen wir uns heute Abend vor Augen führen, dass das gute Leben, welches das Fundament des Versprechens dieses Landes bildet, nicht garantiert ist.“

Trump hat während seiner zweiten Amtszeit ein massives Vorgehen gegen Einwanderung angeführt und Migranten häufig beschuldigt, Gewaltverbrechen wie Vergewaltigung und Mord zu begehen. Unter seiner Führung sind die Grenzübertritte an der Südgrenze stark zurückgegangen und die Durchsetzung der Einwanderungsgesetze wurde verschärft. Im vergangenen Monat veröffentlichte Daten von NBC News zufolge deportierten föderale Einwanderungsbeamte im letzten Jahr zwischen 10.000 und 20.000 Menschen pro Monat.

Laut einer im vergangenen Monat veröffentlichten Umfrage von Politico finden jedoch die Hälfte der Amerikaner, darunter fast ein Viertel der Trump-Wähler von 2024, die Abschiebungskampagne des Präsidenten zu aggressiv. Garrett Haake, der Chefkorrespondent von NBC News im Weißen Haus, schien in Frage zu stellen, ob Vance vorab von dem Demonstranten wusste.

„Vances bissige Reaktion auf einen Demonstranten, der unterbrach und eine mexikanische Flagge auf die Bühne warf, war SO schnell, dass man sich fragen muss, ob das nicht völlig überraschend kam“, schrieb Haake auf X. Zuvor am Donnerstag waren Demonstranten bei einer Demonstration gegen den Präsidenten durch die Straßen von Dallas gezogen.

Die Polizei von Dallas teilte laut Berichten von CBS News Texas mit, dass zwei Personen festgenommen wurden, nachdem sie angeblich einen Gegendemonstranten angegriffen und eine Straße blockiert hatten. Die Polizei gab an, dass der Gegendemonstrant keine medizinische Behandlung benötigte. „Das war völlig ungerechtfertigt“, sagte Rick Megumbar von der Dallas Against Trump Coalition gegenüber dem lokalen Nachrichtensender. „Der Polizei wurde gesagt, dass jemand Pfefferspray hatte. Es waren Rechte, die das Pfefferspray hatten.“