Sharon Wauchob Ready-to-Wear-Kollektion für Frühjahr 2027
Mit ihrer Frühlingskollektion wollte Sharon Wauchob unsere Sichtweise auf das Styling nach Einbruch der Dunkelheit verändern und die eigene Persönlichkeit bewahren.
Das Wichtigste
- Die Kollektion wurde von Designerin Sharon Wauchob kreiert.
- Alle Stücke werden in London hergestellt.
- Wauchob arbeitete zwei Tage lang mit Handwerkern für maßgeschneiderte Plissees.
Mit ihrer Frühlingskollektion hatte Sharon Wauchob das Ziel, die Art und Weise zu verändern, wie wir über das Anziehen nach Einbruch der Dunkelheit denken. Abendmode ist wohl die statischste Bekleidungskategorie, die oft um eine Aschenputtel-ähnliche Idee der Verwandlung herum aufgebaut ist.
„Ich finde es nicht gut, wenn man sich abends schick macht und seine Persönlichkeit völlig verändert, denn ich möchte meine Persönlichkeit behalten, wenn ich mich schick mache“, sagte die Designerin. Wauchob sprach über Identität ebenso wie über Stil, aber letzterer lässt sich natürlich leichter visualisieren.
Sie sorgte zum Beispiel dafür, dass Hosen- und Hemdträger in der magischen Stunde und selbst dann, wenn Kutschen wieder zu Kürbissen werden, in diesem Stil weitermachen können – mit Kleidungsstücken wie Tanktops und T-Shirts aus feinstem Mesh mit handgerollten Kanten wie bei Foulards. Es gab auch ein ärmelloses Oberteil aus sheerem französischen Résille (Fischnetz) mit Fransen aus handgefärbten und angebrachten Perlen, das die Designerin sich zu einem Blazer oder Smoking getragen vorstellt.
„Es ist fast Schmuck, aber eben nicht“, fügte sie hinzu. „Fast“ könnte tatsächlich das Leitprinzip für diese Kollektion sein, die um die Idee der Dämmerung herum aufgebaut war, einer Zwischenzeit, einem Ende und einem Anfang.
Da sie festgestellt hat, dass ihre Kunden „wirklich selbstbewusst darin sind, ihren Körper zu zeigen“, spielte Wauchob ein Spiel aus Enthüllung und Verhüllung. Ein kaviar-schwarzes Slip-Dress mit muschelförmiger Spitzenkante war bis zum Oberschenkel geschlitzt und zeigte eingearbeitete Pantys.
Durchscheinende Spitze war durchgehend vorherrschend. Es gab eine metallische Spitze, einen Bahnenrock aus verschiedenen Stoffarten, getragen zu einem crisp-weißen Hemd, und einen wunderbaren Rock, der romantisch mit Federn verziert war wie ein Seufzer an Leichtigkeit.
Was die Schneiderei betrifft, gab es elegante Hosen mit angebrachtem Kummerbund und einen Parka aus blassestem Rokoko-Rosa, der sich hinten fast wie eine Tournüre zusammenraffte.
Wauchob, die in Paris ausgebildet wurde, ist eine praxisnahe Designerin und glaubt daran, sich die Zeit zu nehmen, die Dinge richtig zu machen. Alle ihre Stücke werden in London hergestellt, und sie erzählte, dass sie kürzlich zwei Tage lang mit einer Kunsthandwerkerin gearbeitet hat, weil sie möchte, dass ihre Kleidungsstücke plissiert werden, anstatt Kleidung aus bereits plissiertem Stoff herzustellen.
Man sehe sich die Knitterhosen aus Seidensatin mit handgelegten Pailletten in den Falten und den verlängerten Rock an. Wauchobs Methode erfordert, dass die Stücke manchmal auseinandergenommen werden müssen.
„Wenn man einen dieser Prozesse weglässt, verändert das völlig die Energie des Kleidungsstücks, das tut es wirklich. Diese Dinge beizubehalten ist wichtig und es bringt ein bisschen Überraschung für den Kunden“, bemerkte sie.
„Mit etwas Kostbarem ganz irreverent umzugehen, das mache ich gerne. Ich meine, es macht einen nervös, aber es ist ziemlich interessant zu sehen, wie weit man es treiben kann“, sagte diese Macherin von Kleidung, die „fast Couture“ ist.