Ein riesiges, glänzendes Raumschiff ist in Los Angeles gelandet und erhebt sich dramatisch über den Exposition Park, als wäre es aus einer weit, weit entfernten Galaxie gebeamt worden. Doch das ist kein UFO. Es handelt sich um das Lucas Museum of Narrative Art — das am meisten erwartete neue Kulturdenkmal der Stadt, an dem zwei Jahrzehnte lang gearbeitet wurde. Das Milliardenfach teure Projekt ist endlich bereit für seinen großen Auftritt: Am Samstagabend, im Vorfeld seiner offiziellen Eröffnung am 22. September, veranstaltete das Museum eine epische Feier, die eine hochkarätige Menge von Hollywoods größten Namen anzog, von Harrison Ford und Steven Spielberg bis hin zu Leonardo DiCaprio, Oprah Winfrey, Michael B. Jordan, Katy Perry und Kim Kardashian.

Das von dem Filmemacher George Lucas und seiner Frau Mellody Hobson gegründete Museum ist nicht einfach ein Denkmal für Star Wars, sondern eine umfassende Liebeserklärung an die Kunst des Geschichtenerzählens. Es bringt Gemälde, Illustrationen, Fotografie, Animation und kinematografische Bilder zusammen, die erforschen, wie Bilder die Macht haben, die Geschichten zu formen, die wir erzählen. „Es gibt ein Gefühl des Unglaubens — so nach dem Motto: Wie können wir ein Museum haben?“, sagte Hobson in einem maßgeschneiderten Ashi-Kleid gegenüber der Vogue auf dem roten Teppich. „Ich habe das Gefühl, und ich weiß, dass George das auch so empfindet, Erleichterung darüber, dass wir hier angekommen sind. Es war ein harter Weg. Wir empfinden auch Dankbarkeit gegenüber allen Menschen, die an uns geglaubt und uns geholfen haben. Und wir freuen uns, dass die Leute das Museum mögen. Ich hoffe, dass die Menschen das Museum besuchen und mit der Frage gehen: Warum? Das ist Georges großes Ding. Es geht nicht um das Wie, sondern um das Warum. Warum tun die Menschen, was sie tun? Warum glauben sie, was sie glauben? Warum haben wir die Mythen, die wir haben? Wenn wir junge und alte Menschen dazu bringen können, nach dem Warum zu fragen, glaube ich, dass wir viele Dinge nicht so stark vereinfachen würden, was zu so vielen Konflikten und Streitigkeiten in unserer Welt führt.“

Das im Zentrum von Los Angeles, gegenüber von Lucas’ Alma Mater, der University of Southern California, gelegene Museum ist ein fünfstöckiges, rund 28.000 Quadratmeter großes Gebäude mit 35 Galerien und mehr als 40.000 Werken. Die Sammlung umfasst gefeierte Künstler wie Norman Rockwell, Frida Kahlo und Banksy sowie Comic-Kunst von Jack Kirby. Und ja, es gibt reichlich Star Wars-Artefakte. Die Eröffnungsausstellung des Museums, Star Wars in Motion, zeigt Fahrzeuge, Kostüme — darunter das von Prinzessing Leia —, Requisiten und Kunstwerke aus den ersten sechs Filmen. Außerdem sind Luke Skywalkers Landspeeder und der erste physische Nachbau von General Grievous' Wheel Bike aus Die Rache der Sith zu sehen.

Die Eröffnungsfeier begann mit einem Empfang im Freien auf dem weitläufigen Platz des Museums mit einem 27-köpfigen Live-Orchester. Die Gäste begaben sich dann nach drinnen für einen elektrisierenden Auftritt von Voices of Fire, der Gospelgruppe aus Virginia Beach, die von Bischof Ezekiel Williams und Pharrell Williams mitbegründet wurde. Begleitet von Jon Batiste am Klavier und einem Chor aus 75 Sängern, spielten sie Star Wars’ Yoda’s Theme und Pharrells Hit Happy, was Janelle Monáe und Spike Lee dazu brachte, unter den markanten, raumschiffartigen Glasaufzügen des Museums mitzutanzen. Später betraten Lucas und Hobson zusammen mit den Co-Vorsitzenden des Abends Steven Spielberg, Pharrell Williams, Lewis Hamilton, Greta Gerwig, Guillermo del Toro, Queen Latifah und Julie Bell sowie dem Architekten Ma Yansong und der CEO des Lucas Museums, Tracey Bates, die Bühne, um einen Toast auszubringen.

„Wenn Ihr Mann oder Ehepartner nach Hause kommt und sagt: ‚Sie wollen ein Museum bauen‘, empfehle ich als Antwort ein klares ‚Nein‘“, sagte Hobson scherzhaft zu der Menge und erntete damit große Lacher. „Von dem Moment an, als George begann, sich dieses Museum vorzustellen, war er unnachgiebig und präzise — genau wie bei seinem World-Building in seinen Filmen.“ Sie blickte auf die Frustrationen der 17-jährigen Reise zurück, um das Museum Wirklichkeit werden zu lassen. „Uns war nicht klar, wie schwer es sein würde, der Stadt ein Museum zu schenken“, sagte sie. „Aller guten Dinge sind drei, aber George hat darauf bestanden. Er war entschlossen, einen Raum zu schaffen, um die brillanten Illustratoren zu präsentieren, die seiner Meinung nach allzu oft übersehen und ignoriert wurden.“

Nach Lucas’ Worten fuhren die Besucher mit den Aufzügen in die vierte Ebene, um die Galerien zu erkunden. In der Star Wars-Galerie traf Samuel L. Jackson auf seine lebensechte Wachsfigur von Jedi-Meister Mace Windu aus der Prequel-Trilogie und zückte sofort sein Handy, um den Moment festzuhalten. „Hier verewigt zu werden ist wichtiger als Madame Tussauds. Es ist großartig“, kicherte er. „Ich bin froh, dass George es für richtig hielt, mich einzubeziehen.“ Auf der anderen Seite der Galerie staunte Mark Hamill über sein lebensgroßes Abbild als Luke Skywalker. „Er sieht größer aus als ich!“, lachte er. „Ich bewundere Georges Einfallsreichtum wirklich. Er ist so kreativ, und niemand verdient mehr Anerkennung als er“, fügte Hamill hinzu.

Im Rockwell-Flügel verweilte Leonardo DiCaprio vor jedem Gemälde zusammen mit seiner Freundin Vittoria Ceretti, seinem Vater George DiCaprio und seiner Stiefmutter Peggy Ann Farrar. Wenige Minuten später hielt Oprah Winfrey vor demselben Werk inne und richtete dann ihre Aufmerksamkeit auf Rockwells Gemälde The Gossips aus dem Jahr 1948. Auf dem roten Teppich sprach sie über ihre Bewunderung für Lucas’ visionären Ansatz. „Ich bewundere seine Fähigkeit, die Dinge zu sehen, die keiner von uns sehen kann“, sagte Winfrey gegenüber der Vogue.

Im Laufe des Abends herrschte reges Treiben im Rockwell-Flügel. Doja Cat traf sich mit Winfrey, Al Pacino begrüßte Freunde, und Michael B. Jordan traf sich wieder mit dem Komponisten Ludwig Göransson. In der Nähe wurden Harrison Ford und Calista Flockhart im Gespräch mit der Kongressabgeordneten Nancy Pelosi gesehen. Um 21:00 Uhr wurden die Partygäste auf das Dach geleitet, wo Winfrey und Jackson eine faszinierende Drohnenshow präsentierten, die den Nachhimmel in eine bewegte Leinwand verwandelte. Nach der Drohnenshow war Zeit für Abendessen und Tanz im Skywalker Grill, dem Restaurant des Museums, mit Panoramablick auf die Skyline von Los Angeles, womit die Feier ihren glanzvollen Abschluss fand.