New Yorks Herbst-Ausstellungskalender feiert die Weiblichkeit
New Yorker Museen zeigen in diesem Herbst eine Reihe von Ausstellungen, die sich mit Weiblichkeit, Nostalgie und weiblichem Selbstausdruck befassen.
Das Wichtigste
- New Yorker Museen zeigen im Herbst Ausstellungen zu den Themen Weiblichkeit, Nostalgie und weiblicher Selbstausdruck.
- Das Jewish Museum widmet sich den Frauen der Wiener Werkstätte.
- Das Museum at FIT zeigt eine Ausstellung über Puppen als Modeträger.
- Das Bard Graduate Center beleuchtet die Mode im amerikanischen Stummfilm.
- Das Brooklyn Museum präsentiert Kachina-Puppen der Hopi.
- Das American Folk Art Museum untersucht frühe amerikanische Handwerkskunst von Mädchen.
In diesem Herbst zeigen New Yorker Museen eine faszinierende Mischung aus Ausstellungen, die sich mit Begriffen wie Weiblichkeit, Nostalgie und weiblichem Selbstausdruck über Epochen, Kulturen und kreative Disziplinen hinweg auseinandersetzen. So unterschiedlich die Themen dieser Ausstellungen auch sind — sie spannen den Bogen von Schulmädchen bis hin zu Leinwanddiven —, so tauchen doch ergreifende Parallelen auf, sei es die angebliche Verbindung zwischen Frauen und Häuslichkeit oder die ständige Herabwürdigung von von Frauen geschaffener Kunst als reines Handwerk.
Entdecken Sie hier sechs sehenswerte Schauen, die auf der Erforschung weiblicher Praktiken und Bestrebungen beruhen. Im Jewish Museum ist noch bis zum 15. November 2026 eine Schau zu sehen, die Designliebhabern Josef Hoffmann und Koloman Moser näherbringt, jene Architekten und Künstler, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Österreich die Wiener Werkstätte gründeten.
Weniger bekannt ist jedoch die Tatsache, dass sie durch ihren Unterricht an der Kunstgewerbeschule ein entscheidendes kreatives Schlupfloch für Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen boten, die bis in die 1920er Jahre keine Akademien der bildenden Künste besuchen durften, da die Ausbildung im Kunstgewerbe als nah genug an ihren häuslichen Pflichten erachtet wurde. Organisiert in Zusammenarbeit mit dem Museum für angewandte Kunst in Wien (MAK), beleuchtet die jüngste Ausstellung des Jewish Museum, wie diese Frauen zu zentralen Figuren für den kommerziellen Erfolg der Wiener Werkstätte in Österreich und darüber hinaus wurden.
Die Ausstellung „Modernity and Opulence: Women of the Wiener Werkstätte“ präsentiert mehr als 200 Objekte, von Modeillustrationen und im Blockdruckverfahren hergestellten Textilien bis hin zu Schmuck und Keramik, geschaffen von jüdischen Künstlerinnen. Auch Mäzeninnen werden gewürdigt: So ist etwa Adele Bloch-Bauer, das Motiv von Gustav Klimts berühmtem „Goldenen Porträt“, mit einer Zeichnung von Klimt in der Schau vertreten.
Objekte der Wiener Werkstätte aus Frauenhand waren auf der legendären Pariser Internationalen Ausstellung für moderne dekorative und industrielle Kunst von 1925 sowie in Hollywood-Filmen zu sehen, doch ihr kreatives Erbe und ihre Rolle bei der Formung der Moderne sollten heute nicht übersehen werden.
Im Museum at FIT läuft bis zum 3. Januar 2027 eine Ausstellung, in der Barbie eine Rückkehr feiert, wenngleich sie bei Weitem nicht die einzige plastische Muse ist. „Doll Dressing“ dokumentiert, wie Puppen seit Jahrhunderten als Vermittler von Stil dienen, und blickt dabei bis ins 14. Jahrhundert zurück, als sie als Miniatur-Modemodelle durch Europa zirkulierten.
Die mehr als 170 Exponate umfassen auch Kleidungsstücke in Originalgröße von Designern wie Marc Jacobs, Moschino, Loewe und anderen, die für ihr Spiel mit Proportionen und Trompe-l’œil bekannt sind. Thematische Sektionen widmen sich dem kindlichen Spiel und der Identitätsfindung sowie dem Einfluss subversiver Puppen wie Mattels „Monster High“-Reihe.
Verpassen Sie nicht die Präsentation „Modes in Miniature“, die Laufsteg-Looks mit Miniaturversionen von Emily Adams Bode Aujla, Anna Sui, Jason Wu und anderen zusammenbringt. Im Bard Graduate Center wird bis zum 3. Januar 2027 die Entstehung der Kostümdesign-Industrie im Film vom späten 19. Jahrhundert bis zur Einführung des Tonfilms Ende der 1920er Jahre nachgezeichnet.
„Goddesses in the Machine“ ist die erste große Ausstellung, die Mode im US-amerikanischen Stummfilm untersucht. Fotografien, Plakate und Skizzen werden zusammen mit seltenen erhaltenen Kleidungsstücken und Filmausschnitten präsentiert, um zu veranschaulichen, wie Kostüme zu einem unverzichtbaren Werkzeug für das Storytelling und die Charakterentwicklung wurden und oft auch das Styling der Schauspielerinnen abseits der Leinwand prägten.
Chronologisch über vier Etagen gegliedert, beginnt die Ausstellung mit Schauspielern, die in Filmen ihre eigene Kleidung trugen, gefolgt vom Aufstieg New Yorker Kostümdesigner wie Henri Bendel und Lucile (Lady Duff-Gordon) sowie der Verlagerung hin zu Hollywood-Studios wie denen von Clare West und Travis Banton.
Auch zu Unrecht vernachlässigte Designer erhalten hier ihren großen Auftritt, was diese Ausstellung zu einem entscheidenden Beitrag für die Bewahrung der frühen Filmgeschichte macht. Im Brooklyn Museum ist vom 2. Oktober 2026 bis zum 18. April 2027 eine Vertiefung der langjährigen Bedeutung von Puppen für Mädchen und Frauen in den Traditionen der Hopi zu sehen, eines indigene Stammes im Nordosten Arizonas.
Die aufwendig aus Pappelholz geschnitzten und bemalten Kachina-Puppen repräsentieren Katsinam, Geister, die Feuchtigkeit bringen und die Welt im Gleichgewicht halten. Kachina-Puppen markieren zudem Meilensteine im Leben einer Hopi-Frau, da sie beispielsweise bei Namensgebungszeremonien für Babys und bei Eheschließungen zusammen mit anderen Objekten wie Keramik und Körben verschenkt werden.
Gestützt auf seine umfangreiche Sammlung indigener Kunst präsentiert das Brooklyn Museum mehr als 120 Kunstwerke, darunter 53 Kachina-Puppen aus dem 19. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Ein neu in Auftrag gegebenes Video unterstreicht deren Bedeutung durch Interviews mit Hopi-Künstlern und Gemeindemitgliedern.
Im American Folk Art Museum wird vom 9. Oktober 2026 bis zum 28. Februar 2027 die Ausstellung „Locating Girlhood“ gezeigt, die im Jahr des 250-jährigen Bestehens der USA den frühen amerikanischen Traditionen der Handarbeit und dekorativen Kunst neues Gewicht verleiht. Im 18. und 19. Jahrhundert waren Stickmuster, Aquarelle und handwerkliche Kunstformen Teil der Mädchenerziehung.
Obwohl sie historisch als „Schülerinnenkunst“ bezeichnet wurden, sind diese Objekte im Kanon weitgehend unterbewertet worden. Mit fast 100 Werken, von denen viele von führenden Institutionen des Landes ausgeliehen wurden, betrachtet diese Ausstellung das gewählte Thema aus einer konzeptuellen Perspektive neu, insbesondere die Frage, warum Ortsdarstellungen in den Arbeiten von Mädchen und jungen Frauen so vorherrschend waren.
Diese Werke antizipierten die Popularität der amerikanischen Landschaftskunst und reflektierten auf einzigartige Weise sich wandelnde soziale Werte sowie die komplexe Innenwelt der Mädchen. Im Hispanic Society Museum & Library läuft vom 20. November 2026 bis zum 28. März 2027 ein weiterer Teil des Kulturprogramms.