Stefan Cooke: Ready-to-Wear-Kollektion Frühjahr/Sommer 2027
Designer Stefan Cooke präsentierte seine neue Kollektion für Frühjahr/Sommer 2027, die von Kindheitserinnerungen an Wien und seinen charakteristischen Mustern inspiriert ist.
Das Wichtigste
- Stefan Cooke präsentierte die Ready-to-Wear-Kollektion für Frühjahr/Sommer 2027.
- Die Kollektion ist von Kindheitserinnerungen an Wien und handwerklichen Traditionen inspiriert.
- Das charakteristische Argyle-Muster taucht auf Taschen, Schuhen und Accessoires auf.
- Die Hälfte der Kollektion richtet sich an Frauen.
- Die Schuhmode umfasst unter anderem schwarze Lackschuhe mit integrierten Gamaschen-Socken.
Je mehr man von Stefan Cooke sieht, desto mehr schätzt man sein Talent für Branding. Das mag wie ein schwaches Lob klingen, aber nein: seine Fähigkeit, jede Saison mit neuen Wegen zu spielen, um sein kreuz und quer verlaufendes Argyle-Muster zu signalisieren, ist eine Freude, die eine Schar von Anhängern um ihn herum versammelt hat.
Daher werden sie das Stück bemaltes, hölzernes Spielzeug-Eisenbahngleis lieben, das er in seiner neuesten Kollektion an einem Lederriemen als Halskette trägt. Er hat es Oh Vienna! genannt. Man muss zweimal hinsehen, aber da ist wieder die Andeutung dieses Musters.
Zur Erinnerung: Es ist dasselbe, mit dem Cooke im Herbst 2020 so große Erfolge feierte, als er seinen unter Insidern berühmten Argyle-Pullover im Negativraum entwarf. Diese Konfiguration findet sich auch in den Wildleder-Ausschnitten seiner Umhängetaschen und an den Schuhspitzen wieder.
Aber was hat das alles mit Wien zu sorgen? Bei seinem Lookbook-Shooting in einer Grundschulturnhalle in London erzählte Cooke, wie es zu dem österreichischen Bezug und den Modelleisenbahn-Teilen kam.
„Es ist lustig, weil ich viel an meine Mutter gedacht habe, die Wienerin ist“, sagte er. „Das letzte Mal war ich dort, als ich schätzungsweise 15 Jahre alt war, und ich war für zwei Monate bei meiner Tante zu Besuch. Ich kann mich erinnern, wie ich mit Eisenbahnen gespielt habe. Und außerdem ist meine Familie sehr handwerklich begabt. Ich habe das Gefühl, dass meine gesamte Kindheit in Österreich sehr stark davon geprägt war, dass wir die Bastelkiste herausgeholt und das alle einen Tag lang gemacht haben, was ich wirklich schön fand.“
Ein weiterer Wiener Touch sind die schwarzen Lack-Opernschuhe dieser Saison, die tief geschnitten wirken, aber mit einer illusionären weißen Socke aus Gummi am Oberschuh daherkommen — einer Art Gamasche. Wer hätte gedacht, dass Gamaschen ein Comeback erleben würden? Aber sie sind es hier, und man kann bestätigen, dass sie tatsächlich sehr cool aussehen.
Cookes Kollektion hat nach wie vor die burschikose englische Frische, die sie schon immer hatte, wobei die Hälfte davon mittlerweile Frauen anspricht. In Wahrheit ist es schwer, viel wörtliches mitteleuropäisches Styling darin zu erkennen, obwohl der steife Vinylrock, der angeklettet werden kann, vielleicht die Form eines folkloristischen Dirndls widerspiegelt.
Es macht jedoch keinen Sinn, sich in dieser Hinsicht zu sehr zu bemühen, denn was wir hier sehen, ist Kontinuität, was eine kluge Sache ist. Seine schwungvolle Rock-Silhouette ist nun ein durchgezipptes Kleid. Seine Bomberjacken haben einen bauschigen 1980er-Jahre-Trainingsanzug-Look, obwohl sie natürlich viel schöner sind.