Türkei entzieht iranischer Bank Mellat in Istanbul die Betriebslizenz
Die türkische Bankenaufsicht hat der Istanbuler Filiale des iranischen Kreditinstituts Bank Mellat die Lizenz entzogen. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund internationaler Sanktionen.
Das Wichtigste
- Die türkische Bankenaufsicht hat der Bank Mellat in Istanbul die Lizenz entzogen.
- Die Maßnahme stützt sich auf Bestimmungen zum Schutz des Finanzsystems.
- Bank Mellat unterliegt seit Jahren US-Sanktionen und Verbindungen zu iranischen Institutionen.
- Die Golden Global Bank wies separate US-Sanktionsvorwürfe wegen angeblicher Iran-Geschäfte zurück.
Die türkische Bankenaufsichtsbehörde hat die Betriebslizenz der Filiale des iranischen Kreditinstituts Bank Mellat in der türkischen Metropole Istanbul widerrufen.
„Es wurde beschlossen, die Betriebslizenz der Bank Mellat, Hauptsitz in Teheran, Istanbul Türkei Zentrale Zweigstelle, zu widerrufen“, heißt es in der am Samstag im Amtsblatt veröffentlichten Entscheidung der Bankenregulierungs- und -aufsichtsbehörde (BDDK).
Die Aufsichtsbehörde erklärte, die Entscheidung sei im Rahmen einer Bestimmung des türkischen Bankgesetzes getroffen worden, die den Entzug oder Widerruf der Lizenz einer Bank ermöglicht, wenn deren weiterer Betrieb als Risiko für die Rechte der Einleger oder für die Sicherheit und Stabilität des Finanzsystems angesehen wird.
Bank Mellat ist seit Jahren Gegenstand westlicher Sanktionen wegen des Vorwurfs, Teheran verfolge unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms die Entwicklung von Atomwaffen.
Diese Sanktionen wurden im Rahmen eines historischen Abkommens aus dem Jahr 2015 zwischen Teheran und Weltmächten zur Eindämmung der iranischen Nukhearaspirationen aufgehoben. Die Vereinigten Staaten zogen sich jedoch im Mai 2018 einseitig aus dem Abkommen zurück und verhängten erneut Wirtschaftssanktionen gegen das Land.
Bank Mellat wurde 2019 von weiteren US-Sanktionen und Sanktionen der Golfstaaten getroffen, nachdem die Bank als eine von 25 Organisationen genannt worden war, die mit den Iranischen Revolutionsgarden (IRGC) in Verbindung stehen.
In der türkischen Bekanntmachung wurden die US-Maßnahmen nicht genannt und keine operativen Probleme spezifiziert. Anfang dieses Monats hatte das US-Finanzministerium Sanktionen gegen eine kleine türkische Investmentbank und zwei Tochtergesellschaften wegen angeblicher Verbindungen zum Iran verhängt.
Das Finanzministerium warf der Golden Global Yatirim Bankasi Anonim Sirketi (Golden Global Bank) vor, „Transaktionen im Wert von Dutzenden Millionen Dollar für die Quds-Brigaden der Revolutionsgarden“ erleichtert und der iranischen Regierung Bankzugang verschafft zu haben, um ihre Gelder international zu bewegen.
Die Golden Global Bank hat die Vorwürfe zurückgewiesen.