Die Internationale Meteor Organisation, die gemeinnützige Organisation, die Amateur- und Berufsbeobachtungen von Meteoren koordiniert und veröffentlicht, hat erklärt, dass ihre Infrastruktur durch einen Cyberangriff einen "kritischen Schlag" erlitten hat.

"Wir haben kürzlich einen Cyberangriff erlitten, der unserer veralteten Infrastruktur einen kritischen Schlag versetzte und einen Großteil unserer Website offline nahm", hierte es am Mittwoch auf einer statischen Seite ihrer Website. "Wir erwarten mehrere Wochen teilweisen Ausfalls, während wir zu neuer Infrastruktur und neuen Diensten übergehen."

"Ich bin sehr traurig zu sehen, dass die Website offline ist", hieß es vonseiten der IMO. In der Zwischenzeit priorisiere man die Meldung von Feuerball-Beobachtungen, die gemeldet werden können. Die Organisation stellt außerdem einige Informationen auf ihrer Facebook-Seite zur Verfügung.

Die IMO hat dazu beigetragen, einheitliche Standards für die Meldung von Meteorbeobachtungen zu schaffen. Ihre Datenbanken mit gemeldeten Meteor- und Feuerballbeobachtungen – bestehend aus Texten, Fotos und Videos – werden von vielen Fachleuten auf diesem Gebiet ebenfalls als unverzichtbar angesehen.

Die IMO veröffentlicht zudem die zweimonatlich erscheinende Zeitschrift WGN, was im Englischen für Working Group News steht. Der Verband wurde offiziell 1988 gegründet.

Es ist unklar, warum eine Organisation, die große, feurige Objekte im Weltraum auf dem Weg zur Erde verfolgt, das Ziel eines破坏性的 Cyberangriffs sein sollte. Ebenso unklar ist, warum jemand ihre Daten stehlen wollte (sofern das das Motiv war), die größtenteils öffentlich sind.

"Ich bin sehr traurig zu sehen, dass die Website offline ist", sagte Sam Lawler, Assistenzprofessor für Astronomie am Campion College, gegenüber Ars. "Sie ist wirklich nützlich. Ich habe dort keine persönlichen Verbindungen."

Angriffe auf Organisationen, die mit Raumfahrt, Beobachtung und Forschung zu tun haben, sind selten, zumindest im Vergleich zu solchen, die auf andere Branchen abzielen. Dennoch hat es sie in der Vergangenheit gegeben.

Beispiele dafür sind: Ein Rumäne, der 2011 beschuldigt wurde, NASA-Systeme beschädigt zu haben; ein Hack der Noirlab-Einrichtung der National Science Foundation; ein Cyberangriff auf das Atacama Large Millimeter Array Observatorium in Chile.

US-Behörden warnten 2023, dass Weltraumorganisationen des privaten und öffentlichen Sektors Ziele von staatlich geförderten Hackern sein könnten. Die russische Regierung hat zudem erklärt, dass kommerzielle Satelliten legitime militärische Ziele sein können. Berichten zufolge verfolgte Russland 2023 von der NATO genutzte Kommunikationssatelliten.

Die American Meteorological Society wurde 2023 Opfer eines Ransomware-Angriffs. Im Gegensatz zu diesem Fall gibt es keine bekannten Berichte über Gruppen oder Einzelpersonen, die sich zu dem Angriff auf die IMO bekannt oder ein Lösegeld gefordert hätten.