Chinas Preiskrieg im Bereich der künstlichen Intelligenz geht über pauschale Preissenkungen für Token hinaus, da Unternehmen zunehmend um die Kosten konkurrieren, die für die Erledigung von Aufgaben durch KI-Systeme anfallen. Dies geht aus einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Bank of America hervor.

Dieser Wandel folgt auf aggressive Preissenkungen, nachdem günstige chinesische KI-Modelle wie DeepSeek den Wettbewerb in der gesamten Branche verschärft hatten. Die ökonomischen Rahmenbedingungen verändern sich nun, so die Bank of America.

"Der Preiskrieg bei chinesischen Large Language Models entwickelt sich von pauschalen Kürzungen zu gestaffelten Preisen", schrieben BofA-Analysten unter der Leitung von Winnie Wu, der Leiterin der Asien-Aktienstrategie und Co-Leiterin der China-Aktienforschung der Bank.

Stattdessen konkurrieren Unternehmen zunehmend darüber, wie effizient ihre KI-Systeme Aufgaben erledigen, und nicht mehr nur darüber, wie günstig sie Token verarbeiten. Modelle mit stärkeren Argumentationsfähigkeiten, längeren Kontextfenstern, multimodalen Fähigkeiten und agentenbasierten Arbeitsabläufen können laut den BofA-Analysten weiterhin Premiumpreise erzielen.

"Die grundlegende Inferenz wird zunehmend zu einem Massengut, während Spitzenfähigkeiten differenziert bleiben", schrieben die Analysten. "Die wichtigste wirtschaftliche Kennzahl verschiebt sich vom Preis pro Token zu den Kosten pro erledigter Aufgabe", fügten sie hinzu.

Dieser Wandel erfolgt auch zu einer Zeit, in der jahrelang von den USA angeführte Exportkontrollen Chinas Vorstoß in Richtung heimischer KI-Technologie beschleunigt haben. Die Beschränkungen erweiterten den Markt für lokale Anbieter und verschärften gleichzeitig den Wettbewerb, da immer mehr Unternehmen in den Sektor eintraten.

Die sich verändernde Wirtschaft könnte auch neu definieren, wo in Chinas KI-Industrie Gewinne erzielt werden, so die Bank. Die stärksten langfristigen Aussichten dürften nach Ansicht ihrer Analysten bei KI-Chips, Halbleiterausrüstung, Speicher und großen Cloud-Plattformen liegen und nicht bei eigenständigen KI-Modellentwicklern.